Kein Schaugarten mit gentechnisch verbesserten Pflanzen in Üplingen in diesem Jahr

Üplingen, 09. Mai 2012. Der in den vergangenen Jahren von vielen Tausend interessierten Gästen besuchte Schaugarten mit gentechnisch veränderten Pflanzen in Üplingen, Sachsen-Anhalt, wird in diesem Jahr nicht öffnen. Grund dafür sind die restriktiven politischen Rahmenbedingungen und kriminelle Feldzerstörungen in Deutschland. Diese Situation, die bereits zur Abwanderung großer Teile von Wissenschaft und Wirtschaft dieser Zukunftsbranche geführt hat, macht es nahezu unmöglich, der Öffentlichkeit die aktuellen weltweiten Entwicklungen der modernen Pflanzenzüchtung weiterhin vorzustellen.

„Wir hatten für dieses Jahr geplant, erneut verschiedene internationale Forschungsprojekte von Universitäten, wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen im Freiland zu präsentieren“, so Kerstin Schmidt, Geschäftsführerin der BioTechFarm. „Fehlende Zulassungen für neue gentechnisch veränderte Pflanzen haben unseren Spielraum, Neues zu zeigen, allerdings so stark eingeschränkt, dass wir uns entschlossen haben, dieses Jahr auf die Anlage eines solchen Schaugartens zu verzichten“, so Schmidt weiter. Im letzen Jahr wurden Teile der Versuche unter Anwendung von Gewalt gegenüber dem Wachpersonal zerstört.

Die BioTechFarm als Betreiber des Schaugartens Üplingen ist der festen Überzeugung, dass die Pflanzenbiotechnologie eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts ist. Während die Grüne Gentechnik weltweit einen Siegeszug angetreten hat und im Jahr 2011 fast 17 Millionen Landwirte auf 160 Millionen Hektar gentechnisch verbesserte Pflanzen angebaut haben, fehlt in Deutschland und in weiten Teilen Europas immer noch die entsprechende Akzeptanz. Wenn sich die Rahmenbedingungen für die Erprobung und den Anbau gentechnisch optimierter Pflanzen in Europa nicht verbessern, wird sich die Wertschöpfung aus diesem Bereich ausschließlich außerhalb Europas weiter fortsetzen. „Deutschland ist dabei, seine Innovationskraft bei einem Zukunftsthema einzubüßen“, betont Schmidt.

Der Standort Üplingen wird ein Treffpunkt der modernen Pflanzenzüchtung bleiben, Feldversuche für Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Institutionen organisieren sowie Veranstaltungen durchführen.

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Pflanzenforschung erleben

Video: Im Sommer 2011 besuchte eine Gruppe junger Agrar- und Pflanzenwissenschaftler aus sieben Ländern den Schaugarten Üplingen. Sie informierten sich über die dort gezeigten gentechnisch veränderten Pflanzen und neue Möglichkeiten in der Pflanzenzüchtung.


Die Landwirtschaft der Zukunft soll umweltfreundlich sein und zum Klimaschutz beitragen, weniger Wasser verbrauchen und den Boden schonen. Eine wachsende Weltbevölkerung ist zu ernähren – obwohl die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen kaum noch ausgeweitet werden können. Und auch nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie sollen zunehmend vom Acker kommen.

Dafür sind Pflanzen mit neuen Eigenschaften nötig: Gesunde und vitale Pflanzen, die ein hohes Ertragspotenzial besitzen, die unempfindlich sind gegenüber Schädlingen und Krankheiten – und die auch bei widrigen Umweltbedingungen wie Kälte, Hitze oder Trockenheit gedeihen.

Ohne eine moderne Pflanzenforschung wird das nicht zu erreichen sein. Überall auf der Welt arbeiten Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen an der Entwicklung neuer Pflanzensorten. Sie nutzen dabei verschiedene Züchtungsmethoden, darunter auch die Pflanzenbiotechnologie.

 


Am 6.September 2011 wurde im Schaugarten Üplingen der Innoplanta-Preis verliehen. Die Preisträger 2011: Prof. Reinhard Szibor (Wissenschaftspreis), Andreas Sentker (Die ZEIT, Journalistenpreis), Prof. Christiane Nüsslein-Volhard ( Nobelpreisträgerin Medizin; Sonderpreis)
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Innoplanta-Forum am 5. und 6. September 2011 in Üplingen
 

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