Nachhaltige Landwirtschaft

Gentechnisch veränderte Pflanzen in der Entwicklung

Bisher sind die Möglichkeiten, welche die molekularbiologische Pflanzenzüchtung eröffnet, erst ansatzweise ausgeschöpft. Überall auf der Welt arbeiten Wissenschaftler an Universitäten, an öffentlichen Forschungseinrichtungen und in Unternehmen daran, neue Pflanzen zu entwickeln, die dazu beitragen können, die große globale Herausforderung einer nachhaltigen Landwirtschaft zu bewältigen. Gentechnische Methoden – insbesondere die Übertragung von Genen aus anderen Organismen – werden immer dann eingesetzt, wenn ein bestimmtes Ziel mit anderen Züchtungsmethoden nicht oder nur eingeschränkt zu erreichen ist.

In den Laboren, Gewächshäusern und Zuchtgärten stehen zahlreiche gentechnisch veränderte Pflanzen mit neuen oder verbesserten Eigenschaften. Einige werden bereits – wie im Schaugarten zu sehen – im Versuchsanbau getestet und könnten schon bald auf den Markt kommen.

Einige der Ziele, um die es dabei geht sind:

  • Pflanzen, die sich aus eigener Kraft gegen Krankheiten und Schädlinge schützen, indem sie dafür „natürliche“ Wirkstoffe oder Schutzkonzepte aus anderen Organismen nutzen.

Mit dem Bt-Protein bei Mais oder Baumwolle haben sich solche Ansätze in der Schädlingsbekämpfung bereits bewährt. Geforscht wird an neuartigen Resistenzkonzepten gegen Pflanzenkrankheiten, die von Pilzen, Bakterien, Viren oder Nematoden ausgelöst werden.

  • Pflanzen, die Hitze, Kälte oder versalzte Böden besser vertragen und an ungünstige Standort- und Klimabedingungen angepasst sind.

Ein drängendes Ziel in der Pflanzenforschung sind neue Sorten mit einer verbesserten Trockentoleranz, die auch bei langen Dürreperioden annähernd stabile Erträge liefern und nicht bewässert werden müssen.

  • Pflanzen, die Ernährungsmängel ausgleichen oder Futter- und Lebensmitten in einer verbesserten Qualität liefern.

Schon bald soll in einigen Regionen Asiens der Golden Rice angebaut werden, ein gentechnisch veränderter Reis mit einem höheren Vitamin A-Gehalt. Die Unterversorgung mit Vitamin A ist eines der weltweit am meisten verbreiteten Ernährungsprobleme - vor allem in solchen Regionen, wo Reis Grundnahrungsmittel ist. Da geschälter Reis zu wenig Vitamin A liefert, leiden besonders in Asien viele Menschen unter Augenkrankheiten, die bis zum Erblinden führen können. Kleinbauern sollen Golden Rice-Saatgut kostenlos erhalten können.

Noch etwas weiter von einer möglichen Markteinführung entfernt sind die Forscher bei Pflanzen, die die natürlichen Nährstoffe des Bodens – etwa Stickstoff – besser verwerten und daher weniger Düngemittel benötigen. Auch hier gibt es zahlreiche interessante Ansätze. Ob sie zum Erfolg führen und Pflanzen hervorbringen, die trotz eines geringeren Aufwands höhere Erträge liefern, wird sich zeigen.

Doch: Ohne Pflanzenforschung würde es darauf keine Antwort geben.

  


Neue Konzepte gegen Pflanzenkrankheiten

Verschiedene Krankheiten, ausgelöst von Bakterien oder Pilzen, bedrohen den Bananenanbau. Mit herkömmlicher Züchtung lässt sich dagegen kaum etwas ausrichten. Nun sind resistente Bananen entwickelt worden. In Afrika werden sie im Freiland getestet.

In vielen Regionen ist der Papayaanbau von Virenkrankheiten bedroht. Mitte der 1990er Jahre wurde in den USA mit gentechnischen Verfahren virusresistente Papayas entwickelt, die seitdem in Hawaii angebaut werden. Vorher ging etwa die Hälfte der Ernte verloren. Inwischen arbeiten mehrere Länder in Asien und Südamerika an gv-Papayas mit Resistenzen gegen Viren.

Nährstoffanreicherung

Dr. Parminder Virk vom Internationalen Reisforschungs-Institut (IRRI) mit Golden Rice. Ab 2013 soll er in Bangladesh und auf den Philippinen angebaut werden. - Foto: IRRI

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