Bt-Mais: Wirksames Konzept gegen Maisschädlinge
Bt-Mais ist gentechnisch veränderter Mais, der durch ein neu eingeführtes Gen einen insektiziden Stoff bildet - Bt-Protein. Das Gen, das in den Mais übertragen wurde, stammt aus dem natürlich vorkommenden Bodenbakterium Bacillus thuringiensis. Daher der Name Bt-Mais.
Seit langem ist die insektizide Wirkung dieses Bakteriums bekannt und wird für den Pflanzenschutz genutzt. Bt-Präparate werden heute insbesondere im ökologischen Landbau als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Bt-Protein hat den Vorteil, dass es sehr gezielt gegen bestimmte Schädlinge eingesetzt werden kann. Außerdem ist es für den Menschen absolut harmlos. Das Bt-Protein wird zunächst in einer ungiftigen Form gebildet und erst im Darm bestimmter Fraßinsekten in eine giftige Variante umgewandelt.
Der Maiszünsler: Ein bedeutender Schädling
Es gibt viele verschiedene Bt-Proteine, die jeweils sehr spezifisch gegen bestimmte Insektengruppen wirksam sind. Weltweit werden vor allem Bt-Mais-Sorten genutzt, die eine Resistenz gegen den Maiszünsler besitzen. Auch der in Europa für den Anbau zugelassene, in Deutschland aber seit Frühjahr 2009 verbotene Bt-Mais MON810 bildet Bt-Protein, das spezifisch gegen diesen Maisschädling wirkt. Der kleine grau-braune Schmetterling ist ein bedeutender Maisschädling, der große Schäden verursacht. Im Frühsommer dringen die jungen Larven in die Maispflanze ein und fressen sich im Verlauf der Vegetationsperiode durch den Stängel. In allen süd- und südosteuropäischen Maisanbaugebieten ist der Schädling verbreitet. In Deutschland hat er sich kontinuierlich von Süden nach Norden weiter ausgebreitet und inzwischen die Ostseeküste erreicht. In starken Befallsgebieten kann Bt-Mais deutliche Vorteile bringen, da er sehr gezielt und effektiv gegen den Schädling wirkt. Im Vergleich mit chemischen Insektiziden ist Bt-Mais auch schonender für die Artenvielfalt im Maisfeld.
Weniger Pilzgifte
Ein weiterer Vorteil von Bt-Mais ist die geringere Belastung durch Pilzgifte. Durch Fraßspuren der Zünslerlarven verletzte und geschwächte Maispflanzen sind anfällig gegenüber Pilzinfektionen. Einige dieser Pilze, z.B. Fusarien, produzieren so genannte Mykotoxine, die Futter- und Lebensmittel aus Mais belasten. In mehreren Untersuchungen wurde bestätigt, dass Bt-Maispflanzen in der Regel weniger Mykotoxine aufweisen als herkömmliche Maispflanzen.
Bt-Maisparzellen im Schaugarten
Die im Schaugarten gezeigten Bt-Maissorten sind vor allem Sorten des in der EU für den Anbau zugelassenen Bt-Maises MON810. Zum Vergleich wachsen auf den Nachbarparzellen die jeweiligen konventionellen Vergleichssorten mit gleichen Anbaueigenschaften.
Daneben sind aber auch Neuentwicklungen zu sehen, etwa weitere Bt-Maissorten. Einige produzieren eine Variante des Bt-Proteins, die gegen den Maiszünsler gerichtet ist, eine andere zielt auf den Maiswurzelbohrer, einen neuen Schädling, der in Süd- und Osteuropa bereits weit verbreitet ist und dort große Schäden anrichtet. Auch in Bayern und Baden-Württemberg ist der Maiswurzelbohrer inzwischen angekommen.
Im Schaugarten steht auch Mais, der mehrere Varianten des Bt-Proteins bildet und damit sowohl gegen den Maiszünsler wie gegen den Maiswurzelbohrer geschützt ist.
Im Schaugarten Üplingen 2009 und 2010. Fotos: Anbausaison 2009.