Hybridzüchtung: Mehr Ertrag in der ersten Generation

Das Ziel: Hohe Erträge

In der Hybridzüchtung machen sich die Züchter den so genannten Heterosiseffekt zunutze. Er führt dazu, dass die Nachkommen der ersten Generation bei bestimmten Kombinationen der Elternlinien den Ertragsleistungen der Eltern überlegen sind. Bei Mais ist deshalb fast nur noch Saatgut aus Hybridzüchtung erhältlich, da mit diesen Pflanzen besonders hohe Erträge erzielt werden können.

Die Strategie: Kreuzung von Inzuchtlinien

Um diesen Effekt zu erreichen, entwickeln die Züchter zunächst Inzuchtlinien, bei denen genetisch unterschiedliche Mutter- und Vaterlinien die jeweils gewünschten Merkmale reinerbig (homozygot) ausbilden. Diese Mutter- und Vaterlinien werden gezielt miteinander gekreuzt. Um zu gewährleisten, dass die als Mutter genutzte Inzuchtlinie ausschließlich durch die väterliche Inzuchtlinie bestäubt wird und keine Selbstbefruchtung stattfindet, werden die männlichen Blütenstände bei der Mutterlinie manuell entfernt.

Die Nachkommen aus der Kreuzung der Inzucht-Linien nennt man Hybriden. Sie sind vollständig mischerbig (heterozygot) und verfügen damit über die maximale Anzahl verschiedener Erbanlagen. Darauf beruht ihre hohe Ertragsleistung. 

Im Schaugarten: Unterschiede zwischen Inzuchtlinien und Hybriden

Nach den Mendelschen Gesetzen der Vererbung zeigt sich die Überlegenheit der Hybriden allerdings nur in der ersten Nachkommensgeneration. In den folgenden Generationen geht der Leistungsvorteil wieder verloren. Die Verwendung der Ernte zur Wiederaussaat ist bei Hybriden mit einem deutlichen Ertragsverlust verbunden und damit für Landwirte wirtschaftlich nicht interessant.
Wie groß die Unterschiede im Wachstum zwischen Inzuchtlinien und Hybriden sind, kann man im Schaugarten Üplingen sehen. Dort werden drei Inzuchtlinien und zahlreiche konventionelle und gentechnisch veränderte Hybriden angebaut.



Hybridzüchtung: Inzuchtlinie (links), Nachkommen aus zwei Inzuchtlinien (rechts).

Maishybrid NK603 x MON810

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