Only available in German
Gentechnik: Nur dann, wenn es sinnvoll ist
Der Einsatz molekularbiologischer Verfahren in der modernen Pflanzenforschung und -züchtung ist heute weltweit eine Selbstverständlichkeit. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Eigenschaften von Pflanzen auf der Basis der daran beteiligten Gene besser zu beschreiben und zu verstehen.
Durch die funktionelle Genomforschung beispielsweise konnte das Wissen über komplexe molekularbiologische Vorgänge in der Pflanze stark erweitert werden. Somit ist es der Züchtung heute möglich, auf dieser Ebene anzusetzen und Pflanzen mit bestimmten Eigenschaften zu entwickeln - weitaus effektiver und zielstrebiger als bisher. Sind die Gene bekannt, welche an der Ausprägung eines gewünschten Merkmals beteiligt sind, folgt der zweite Schritt Pflanzensorten zu entwickeln, die dieses Merkmal besitzen. Dem Züchter stehen hierfür zahlreiche unterschiedliche Methoden und Verfahren zu Verfügung – eine davon ist die Gentechnik.
Gentechnik ist kein Selbstzweck, sondern eine Methode, die es ermöglicht, gezielt einzelne Gene aus anderen Organismen wie anderen Pflanzenarten oder Bakterien zu isolieren und in das Erbgut von Pflanzenzellen zu übertragen. Wenn das gelingt, besitzt sie entsprechend der Funktion des eingeführten Gens ein neues Merkmal. Solche Pflanzen gelten als „gentechnisch verändert“ und fallen unter die Bestimmungen des Gentechnik-Gesetzes.
Die Gentechnik wird von den Züchtern eingesetzt, wenn beispielsweise ein bestimmtes Merkmal nicht im „Genpool“ der jeweiligen Art vorkommt und damit nicht in Kultursorten eingekreuzt werden kann.
Welche molekularbiologischen Verfahren heute in der modernen Pflanzenzüchtung angewandt werden, entscheidet sich somit danach, wie das jeweilige Züchtungsziel am besten zu erreichen ist. Es gibt jedoch einige wichtige Züchtungsziele, die ohne eine Übertragung von Genen derzeit nicht realisiert werden können. Das ist etwa der Fall bei einer Resistenz gegen bestimmte Pilzkrankheiten oder bei der Verbesserung der Trockentoleranz. Hier hat man jedoch geeignete Gene in anderen Organismen gefunden.
Durch Übertragen von Genen kann auch der Züchtungsprozess erheblich abgekürzt werden. Die Entwicklung einer neuen Sorte benötigt in der konventionellen Pflanzenzüchtung etwa 15 Jahre. Im Zuge des Klimawandels kann es jedoch zu einem veränderten regionalen Auftreten von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten kommen. Dann müssten neue, resistente Sorten möglicherweise schneller zur Verfügung stehen als es mit der konventionellen Züchtung möglich ist.
Im Schaugarten
Forschung an pilzresistentem Weizen. Ein natürliches Schutzkonzept aus Mais soll Weizen gegen Infektionen mit Brandpilzen schützen. Die Versuche im Schaugarten sollen Erkenntnisse liefern, ob das Konzept funktionieren könnte. MEHR
Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln. Mit herkömmlichen Mitteln ist dieser berüchtigten Pflanzenkrankheit kaum beizukommen. Mit Hilfe der Gentechnik ist es möglich, Resistenzgene aus Wildkartoffeln zu nutzen. Im Schaugarten wird getestet, wie sich verschiedene Kartoffelsorten gegenüber der Kraut- und Knollenfäule verhalten. MEHR
info[at]schaugarten-ueplingen.de · Tel.: 039404 66-372 · Fax: 039404 66-371


