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Das ganze Potenzial der Pflanzen nutzen
Die Landwirtschaft steht weltweit vor großen Herausforderungen:
- Bis 2050 wird die Weltbevölkerung von derzeit gut 6 auf etwa 9 Milliarden Menschen angewachsen sein. Bessere Lebensbedingungen und steigende Einkommen in einigen Weltregionen führen dort zu einem veränderten Ernährungsverhalten: Ein immer größer werdender Teil der Menschheit kann sich eine abwechslungsreiche Kost leisten. So wird in Asien etwa erheblich mehr Fleisch verzehrt als noch vor einigen Jahren. Beide Trends führen dazu, dass bis 2050 der weltweite Bedarf an Lebensmitteln um etwa das Doppelte steigen wird.
- Zudem soll die Landwirtschaft in Zukunft mehr zur Rohstoff- und Energieversorgung beitragen. Als „grüne“ Alternative zu Kohle, Öl und Erdgas produzieren Pflanzen Biomasse, die klimaneutral zu Biogas- und Biotreibstoff umgewandelt werden kann. Pflanzen sind die Basis für ein breites Spektrum nachwachsender Rohstoffe, von Stärke und Textilfasern bis zu biologisch abbaubaren Materialien, hochwertigen Arzneimitteln oder Spezialchemikalien.
Pflanzen verfügen über erstaunliche Stoffwechselleistungen. Sie wandeln die Energie der Sonne in eine Vielzahl von Stoffen und Produkten um - umweltfreundlich, CO2-neutral, effizient und kostengünstig. Es wäre leichtsinnig, dieses Potenzial der Pflanzen nicht auszuschöpfen.
Doch die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen sind begrenzt. Um eine wachsende Weltbevölkerung ausreichend und gut zu ernähren und gleichzeitig Pflanzen stärker als Rohstofflieferanten zu nutzen, gibt es keinen anderen Weg als die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern. Doch zugleich muss sich die Landwirtschaft an den Grundsätzen einer nachhaltigen Entwicklung ausrichten. Landwirtschaft muss global mehr produzieren, aber auch
- weniger natürliche Ressourcen verbrauchen, etwa weniger Wasser benötigen;
- die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten;
- die Umwelt nicht stärker belasten und die biologische Vielfalt bewahren;
- dazu beitragen, den Ausstoß von klimarelevanten Gasen zu reduzieren,
- sich ändernden klimatischen Bedingungen anpassen und so die Auswirkungen des Klimawandels abmildern,
- die soziale und wirtschaftliche Lage vor allem der Kleinbauern in den Entwicklungsländern verbessern.
Höhere Erträge liefern, und das nachhaltig, umweltfreundlich und klimaverträglich – die Landwirtschaft steht weltweit vor großen Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, sind eine Vielzahl ineinander greifender Maßnahmen und Strategien notwendig. Das für alle Regionen und Kontinente geeignete Patentrezept gibt es nicht. Doch: Eine moderne Pflanzen- und Agrarforschung ist dabei unverzichtbar.
Wachsende Weltbevölkerung, weniger Ackerland. Die Weltvevölkerung wird bis 2030 auf 8,3 Milliarden Menschen wachsen. Gleichzeitig nimmt die verfügbare Ackerfläche ab: 1960 betrug sie noch 4300 qm pro Kopf und ging bis 2005 auf 2200 qm zurück. Nach Berechnungen der Welternährungsorganisation FAO wird sie 2030 noch etwa 1800 qm betragen.
Ertragsverluste durch Schädlinge, Pflanzenkrankheiten und Unkräuter für verschiedene Kulturpflanzenarten (Angaben in Prozent). Derzeit könnten die Erträge bei den wichtigsten Kulturpflanzen weltweit um ein Drittel höher liegen, wenn es gelänge, Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter wirksamer zu bekämpfen. Moderne Pflanzenforschung - auch unter Anwendung gentechnischer Verfahren - kann dazu einen Beitrag leisten.
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